NCS Natural Color System

Von Sylvia Goergen

Das NCS-Farbsystem basiert auf den sechs ?Elementarfarben? Gelb, Rot, Blau, Grün, Schwarz und Weiß. Die vier bunten Farben sind so angeordnet, dass sie einen Farbkreis bilden. Schwarz und Weiß bilden die Endpunkte einer Geraden, die durch den Kreismittelpunkt führt. Zusammen bilden sie den Doppelkegel, der den Farbraum des NCS-Farbsystems abschließt. Alle Farben werden gemäß ihrer Ähnlichkeit zu den Elementarfarben bezeichnet. Dazu wird zunächst die Position des Farbtons auf dem Farbkreis angegeben, zum Beispiel Y90R als ein Gelb mit 90 Prozent Rotanteil. Die weiteren Farbeigenschaften sind Schwarzanteil und Buntanteil. So ergibt sich zum Beispiel die Farbbezeichnung NCS S 1050-Y90R, eine gelbe Farbe mit 10 Prozent Schwarzanteil, 90 Prozent Buntanteil und 90 Prozent Rotanteil. Auf diese Weise können alle Farben beschrieben werden, auch die, die nicht abgebildet sind.

Der Farbkörper des NCS hat eine festgelegte symmetrische Form (Doppelkegel). Die buntesten Farben liegen hier auf dem Rand des Doppelkegels, also auf einer Ebene, unabhängig von ihrer Helligkeit. Dadurch ist die dreidimensionale Struktur sehr gut einprägsam. Nur die Abfolge der Farbtonbezeichnungen muss erlernt werden, denn anstatt Y90R könnte es theoretisch auch R10Y heißen. Ein Gelb kann im NCS immer nur einen Rotanteil haben, keinen Grünanteil. Ein grünliches Gelb ist vereinbarungsgemäß ein Grün mit einem hohen Gelbanteil. Rot kann unterschiedliche Blauanteile, Blau verschiedene Grünanteile und Grün verschiedene Gelbanteile enthalten. Grundsätzlich ist immer zu beachten, dass es sich hier um Farbtonbeschreibungen handelt und in keinem Fall um Mischrezepturen.

Mit einiger Übung können alle möglichen Farben beschrieben werden und es ist auch eine Kommunikation mit anderen NCS geübten Personen möglich ? jedoch mit eingeschränkter Genauigkeit. Kommt es darauf an, sind NCS Farbmuster unerlässlich.

Farbfächer NCS Index (Foto: Torso-Verlag)