Die heutzutage gängige Farblehre von Harald Küppers

1. Drei Urfarben

In Küppers Farbenlehre , werden drei Urfarben zu Grunde gelegt, Orangerot, Violettblau und Grün. Dieser dreiteilige Datensatz wird über die Netzhaut aufgenommen und als elektrischer Datensatz ans Gehirn weitergesendet. Von ihm hängt es dann letztendlich ab, welche Farbe wir wahrnehmen.
Alternativ kann man es so erklären:
Jede Farbinformation wird von einem dafür zuständigen Zapfen aufgenommen. Jeder Zapfentyp reagiert auf eine bestimmte Wellenlänge, z.B. ist dem Zapfentyp, der auf kurzwelliges Licht reagiert Violettblau (Urf V) zugeordnet. Desweiteren ergeben sich Grün (Urf G) bei mittelwelliger Strahlung und Orangerot (Urf O) bei langwelliger Strahlung.

2. Acht Grundfarben

Aus den drei Urfarben ergeben sich 8 maximale Farbempfindungen, die Harald Küppers Grundfarben nennt und jeweils gemischt werden müssen.

Diese sind: Schwarz (S bzw. Grf S)); Violettblau (V bzw. Grf V); Grün (G bzw. Grf G);
Orangerot (O bzw. Grf O); Cyanblau (C bzw. Grf C); Magentarot (M bzw. Grf M);
Gelb (Y (Yellow) bzw. Grf Y) und Weiß (W bzw. Grf W).

Urfarben

Grundfarben

keine Urf

Grf S

Urf V

Grf V

Urf G

Grf G

Urf O

Grf O

Urf V + Urf G

Grf C

Urf V + Urf O

Grf M

Urf G + Urf O

Grf Y

Urf V + Urf G + Urf O

Grf W

5.Integrierte Farbmischung

Dieses von Harald Küppers aufgestellte Farbmischungsgesetz, auch als Unbunt-Ausmischung bekannt, besagt, dass lediglich Teilmengen der beiden Unbunt-Grundfarben Schwarz (S) und Weiß (W) genügen, um Unbuntwerte zu erzeugen.

Farben werden hier also nicht mehr durch ein Zusammenspiel von 3 (bunten) Grundfarben erstellt (siehe additive bzw. subtraktive Farbmischung), wobei zusätzlich deren Differenzwerte durch Weiß bzw. Schwarz gefüllt werden, sondern alle 8 Grundfarben dienen als deckende Farbmittel (keine dieser Grundfarben kann aus anderen Grundfarben zusammengemischt werden).

Die integrierte Farbmischung setzt auf das Mengenaustausch-Prinzip, d.h. es gibt immer nur eine deckende Schicht, die aus höchstens 4 Teilmengen besteht. Jede Farbe setzt sich aus einer Bunt- und einer Unbuntmenge zusammen, wobei erstere aus zwei benachbarten bunten Grundfarben gemischt wird, letztere nur (wie oben beschrieben) aus Schwarz und Weiß.

Aus diesem Prinzip folgen 6 mögliche Kombinationen:

Integrierte-Farbmischung

Bei diesem System werden keine bunten Farben verwendet, um Graumengen (Unbuntwerte) auszumischen. Es ist also im höchsten Maße ökonomisch.

6. Der Simultankontrast

Beim Simultankontrast spielen die Umgebungsfarben (oder Umfeldfarben) eine gewichtige Rolle. D.h. eine Farbe verändert ihr Aussehen in Abhängigkeit von den umgebenden Farben.Dies geschieht durch die Kontraststeigerung des Sehorgans, was dazu führt, dass man z.B. verschiedene Farben nutzen muss, um sie in unterschiedlichen Umgebungen gleich wirken/aussehen zu lassen und umgekehrt.

7. Eindimensionale Ordnungssysteme

a) Gerade verschiedener Unbuntarten

Die Gerade der verschidenen Unbuntarten stellt das Anordnungssystem für alle Unbuntarten dar und besteht aus den unbunten Grundfarben Schwarz und Weiß als Start- bzw. Endpunkt und allen Graustufen dazwischen, was zusammen als Linie visualisiert wird.

Gerade-Unbuntarten

b) Sechseck verschiedener Buntarten

Buntarten-Sechseck-Kueppers

Das Buntarten-Sechseck setzt sich zusammen aus den sechs bunten Grundfarben als Eckpunkte mit ihren dazwischenliegenden Linien, die jeweils (ausgehend von 2 benachbarten Farben) alle möglichen Mischungen anzeigen.

8. Zweidimensionale Ordnungssysteme

a) Dreiecke gleicher Buntart

Bei einem Dreieck gleicher Buntart (auch farbtongleiches Dreieck oder Buntart-Dreieck) wird die jeweilige Buntart mit allen Unbuntarten gemischt, d.h. die Unbuntart, Schwarz und Weiß stellen die Eckpunkte des Dreiecks dar.
So lassen sich alle Farbnuancen der gleichen Buntart darstellen/finden.

b) Sechsecke gleicher Unbuntart

Unbuntarten-Sechseck-Kueppers

Die Grafik macht diesen Unterschied deutlich. Zum Einen wirkt der Kreis auf der rechten Seite schwebend, zum Anderen wirkt jener auf der linken Seite von dem Balken, der wie eine schwere Decke wirkt, in seiner Bewegung gehindert.

9. Dreidimensionale Ordnungssysteme

Es werden drei Dimensionen gebraucht (Farben-Raum bzw. Farben-Körper), um alle Bunt- und Unbuntarten ausmischen zu können. Dazu dient der

Rhomboeder-Farbraum:

Dies ist ein Vektormodell, welches die drei Urfarben als drei Vektoren einsetzt, die mit einem 60 Grad Winkel an der unteren, unbunten Schwarz-Spitze angelegt sind. Jede Farbempfindung ist exakt als geometrischer Punkt in diesem Farbraum definierbar (Paralleleogramm der Kräfte).
Die acht Grundfarben befinden sich an den Ecken des Rhomboeders.
Dieses Ordnungssystem wird auch als idealer Farbraum bezeichnet.

Rhomboeder-Farbraum

Abbildung A zeigt den Farbraum-Rhomboeder um 180 Grad gedreht.