Farblehre und Farbkreis nach Goethe

Goethes Überlegungen zum Thema Farbe reichen bis in das Jahr 1791 zurück (kurz nach seiner zweiten Italienreise), woraufhin zwischen 1808 und 1810 ?Zur Farbenlehre? erschien.
Sein Farbsystem basiert auf der Vorstellung, dass Blau und Gelb tatsächlich reine Farben sind und den Gegensatz von Hell und Dunkel darstellen (Blau = Dunkelheit/Finsternis, Gelb = Helligkeit/Licht).
Alle anderen Farben liegen zwischen diesen beiden Polen.

Farbkreis-Goethe

In Goethes Farbkreis (entstanden 1793) sind ebenfalls Rot und Grün aufgeführt, wobei eine Dreiecksbildung zwischen Gelb, Blau und Rot auftritt. Dass sich dei beiden Pole Blau und Gelb nicht gegenüberstehen ist dadurch zu erklären, dass Rot für Goethe die höchste Steigerung der Farbenreihe darstellt.

Der Teil von Gelb bis Rot stellt die Plusseite dar, der andere die Minusseite. Eine psychologisch Zuordnung der Farben (Farbempfindung) erfolgt, indem er den Farben Gelb und Blau folgende Eigenschaften zuspricht:

  • Gelb:

    Licht, Hell, Kraft, Wärme, Nähe
  • Blau:

    Schatten, Dunkel, Beraubung, Schwäche, Kälte